Programm

"It's the economy, stupid!"

Wahlkampf-Slogan Bill Clintons - 1992

Quelle: Peter Lindlein

Wirtschaft

Unsere mutigen und innovativen Unternehmen aus Handel und Industrie legen den Grundstein für Kaufkraft, Wohlstand und damit für glückliche Menschen. Ich setze mich auch weiterhin für eine selbstbestimmte, regionale Wirtschaft ein, die zukunftssichere und attraktive Arbeitsplätze schafft. Hierzu bedarf es keiner Bevormundung. Politik darf die ökonomische Logik nicht einschränken, sondern sollte nachhaltig und verantwortlich die Standortfaktoren optimieren und damit die Entwicklung bestmöglicher Rahmenbedingungen im Interesse der Unternehmen aber auch ihrer Umgebung schaffen.

„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“

John F. Kennedy

Quelle: Peter Lindlein

Bildung

In unseren Kindertagesstätten wird längst frühkindliche Bildung statt nur Betreuung geboten. Insbesondere die vorbildliche Integration von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft liegt mir in unserer multikulturellen Gesellschaft am Herzen. Ganztagsangebote für KiTa's und Schulen sind mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und sollten weiter bedarfsgerecht ausgebaut werden.

Die Leistungsfähigkeit unseres High-Speed-Internets möchte ich gerne nutzen und unseren (kommenden) Eltern das Konzept einer effektiven Digitalisierungsstrategie vorstellen, wie sie beispielsweise in unserer Nachbargemeinde Kirchen schon praktiziert wird. Hier geht es nicht nur um Erleichterungen bei der Kita-Suche und -Anmeldung, sondern auch um die Wahl der individuellen Betreuung, um die Vereinfachung bei der Essensbestellung und -abrechnung sowie nicht zuletzt um das zeitnahe Lesen von Elternbriefen.
Ganz nach dem Motto: Alles das, was sinnvoll ist, wird digitalisiert, damit wieder mehr Zeit für das Kind bleibt.

Auch die Vernetzungen von Kindertagesstätten und Grundschulen sind für mich ein Qualitätsfaktor im Sinne durchgängiger Bildungsangebote für unsere Kinder. Betzdorf ist ein starker Standort für weiterführende Schulen und sollte es auch weiter bleiben – hierfür werde ich mich einsetzen.

 

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

Helmut Schmidt

Gesundheit

Im Moment habe ich lieber eine Vision zu viel, statt am Ende zu gar keinem Arzt mehr gehen zu können.

Ohne Visionen, ohne vielleicht unkonventionelle Maßnahmen werden wir das zunehmende Problem „Ärztemangel“ nicht beheben. Dabei sollten wir „Visionen“ nicht als blinden Aktionismus verstehen, sondern als zielführende Ideen, die sorgfältig zu durchdenken und umzusetzen sind.

Wir müssen gemeinsam klären, welche Richtung wir hierzu einschlagen wollen, und vor allem, welche konkreten Maßnahmen dazu notwendig sind. Andernfalls versickern groß aufgebauschte Visionen lediglich in medienwirksamem Populismus.

Was aber könnten das für Maßnahmen sein?

Kurzfristig gesehen kommen wir nicht daran vorbei, mit finanziellen Mitteln einen Anreiz für insbesondere junge Ärztinnen und Ärzte zu schaffen, um unsere Region für Allgemeinärzte attraktiver zu gestalten.

Meine mittel- bis langfristigen Überlegungen:

  1. Bekanntlich etabliert sich soeben an der Universität Siegen eine „Lebenswissenschaftliche Fakultät“: Ab dem Wintersemester 2021/22 können Medizinstudenten den klinischen Studienabschnitt in unserer unmittelbaren Nähe absolvieren. Wenn wir im gleichen Zuge Ausbildungspraxen in unserer Region gewinnen können, in denen ein vorgesehenes Tertial des Praktischen Jahres durchlaufen werden können, führt dies sicherlich auch zu einer längerfristigen Bindung der künftigen Ärzte an unsere Stadt und Region.

  2. In Siegen gibt es bereits eine Stiftung zur Förderung des Medizinstudiums an der Universität Siegen. Vorstellbar wäre, auch in unserer Region eine eigene Stiftung zu etablieren, aus der Studierende finanzielle und geldwerte Vorteile zu erwarten haben, sofern sie sich zu einer gewissen Verweildauer verpflichten.

  3. Auch die Ideen und Gedanken meines guten Freundes Andreas Hundhausen, die er kürzlich bei seiner Nominierung zum Landratskandidaten vorgestellt hat, möchte ich aufgreifen. Andreas möchte gemeinsam mit dem Landkreis Altenkirchen, allen Verbandsgemeinden, Städten und Ortsgemeinden Konzepte erarbeiten, um eigene Medizinische Versorgungszentren eröffnen zu können. Mit solchen kommunalen MVZ kann die Kommunalpolitik hier vor Ort ganz konkret steuern, wo sich Hausärzte neu ansiedeln.

Das alles kostet Geld. Keine Frage. Aber die ärztliche Versorgung, unsere Gesundheit, muss es uns wert sein, hier und an dieser Stelle Steuermittel zu investieren.

„Macht Euch die Erde untertan“

(Genesis 1,28)

Quelle: Peter Lindlein

Umwelt

Gott hat uns eine intakte Schöpfung geschenkt, die wir nutzen und genießen sollen. Das bedeutet aber nicht, dass wir sie ausbeuten und zerstören dürfen. Welchen Beitrag aber können wir leisten, damit die Natur nicht irreversibel zerstört wird?

Ich möchte einen politischen Impuls geben, damit in unserem Umfeld ein neues Bewusstsein für den Erhalt unserer Umwelt entsteht. Private, politische, berufliche und wirtschaftliche Erfolge sollten aber nur im Einklang mit der Mit- und Umwelt stehen.

Die beeindruckende Lage im Grünen ist hierbei sicherlich auch einer der wichtigsten Faktoren für die Qualität des Wohn- und Tourismusstandortes Betzdorf. Hier bieten sich viele Möglichkeiten, die Freizeitqualität und damit auch die Lebensqualität in Betzdorf zu verbessern.
Hier sehe ich allerdings noch sehr viel Nachholbedarf, wie auch die Ergebnisse des vor Jahren aufgelegten Masterplans 2020 aufgezeigt haben. Die Vorschläge jenes vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagements verstauben meines Erachtens seit einigen Jahren in Schreibtischschubladen, statt für die weitere Aufwertung unserer Stadt zu sorgen.

Ich empfinde z.B. das ländliche Dauersberg – unser Eingangstor zum Westerwald - als das „Höchste“, was Betzdorf zu bieten hat. Bauen und strukturieren wir den Masterplan 2020 um, vielleicht zu einer Agenda 2030 und nutzen so nachhaltig die naturgegebenen Voraussetzungen, in denen wir hier leben, wohnen und arbeiten dürfen.

 

„Betzdorf muss den Anspruch haben, sich wieder stärker als zentraler Standort der Region zu profilieren“.

Wolfgang Molzberger – Dipl.-Ingenieur für Stadtplanung & guter Freund

Quelle: Privatsammlung Gerd Bäumer; Sieg und Heller, 1914

Stadtentwicklung

 

„Klein-Venedig“, so wurde Betzdorf vor vielen, vielen Jahren genannt. In einer Zeit, in der sich Sieg und Heller noch von ihren schönsten Seiten präsentieren konnten. Seit einer „Betonwut“ in den 70er und 80er Jahren ist hiervon leider nicht mehr viel übriggeblieben.

Die Stadt Siegen hatte mit den gleichen Problemen zu kämpfen: Hier bedurfte es der Visionäre, die mit sehr guten Ansätzen zu einer deutlichen Stärkung und Aufwertung der Innenstadt beitragen konnten.

Warum nicht auch wir?

Die Betzdorfer „City“ spielt hierbei für eine gelingende Zukunft eine sehr wichtige Rolle.
Die Stadt muss wieder mehr zum Treffpunkt werden. Um dies zu erreichen, muss vor allem die Erlebbarkeit der Innenstadt gefördert werden. Alte und junge Menschen sollen wieder in die Stadtmitte kommen. Nicht nur um Einkäufe zu erledigen, sondern um etwas zu erleben und hier die Freizeit zu verbringen. Hier ist auch insbesondere die demografische Entwicklung zu berücksichtigen, und die Innenstadt ist an eine geänderte Nutzerstruktur anzupassen:
Barrierefreiheit, Sitzgelegenheiten an attraktiven Treffpunkten, die Erreichbarkeit ohne eigenen PKW, verschiedene Aktivitäten oder sogar ein innerstädtischer Spielplatz sind nur einige Möglichkeiten, die Innenstadt für Senioren und junge Familien gleicherweise anziehend zu gestalten.
Auch dem Leerstand vieler Geschäfte in der Innenstadt müssen wir mit einem kreativen Leerstandsmanagement begegnen. Mir schwebt hier der Aufbau eines Netzwerkes vor, indem sich die Stadt Betzdorf, die Aktionsgemeinschaft, die IHK, die Uni Siegen, die vielen Eigentümer leerstehender Geschäftsräume und potentielle Einzelhändler und Gewerbetreibende zum konstruktiven Dialog versammeln können, um so in Betzdorf z.B. eine mögliche Start-Up-Kultur zu etablieren. Wenn wir es gemeinsam hinbekommen, mutigen Unternehmen für die ersten Monate mietfreie Geschäfts-, Büro- oder Produktionsflächen anzubieten, so sehe ich hier große Chancen, ein regionales Alleinstellungsmerkmal zu schaffen.

„An Betzdorf führt kein Weg vorbei“

Quelle: Peter Lindlein

Verkehr

Die Verkehrsanbindung und Verkehrssituation als harte Standortfaktoren sind eines der Hauptprobleme unserer eigentlich so zentral gelegenen Stadt. Hierzu müssen wir ergebnisoffen in die Diskussion treten, um unsere „Achillesferse“ dauerhaft zu stabilisieren.
Der Bau des Tunnelkreisels war von Anfang an ein Mosaikstein im Ganzen. Damit er seine volle Wirksamkeit beweisen kann, setze ich mich gemeinsam mit den SPD-Fraktionen seit über zehn Jahren für die Realisierung des Hellerkreisels ein. Wir haben die Entzerrung des Verkehrsknotens Steinerother Straße / Friedrichstraße als das zentrale Verkehrsprojekt der kommenden Jahre definiert und freuen uns sehr, dass der Landesbetrieb Mobilität Dietz (LBM) für das Bauvorhaben „Hellerkreisel“ die Durchführung eines Planstellungsverfahrens beantragt hat. Doch damit nicht genug: Auch für die Realisierung der Umgehung Alsdorf, als letztes fehlendes Puzzleteil, werde ich mich verstärkt einsetzen, um eine dauerhafte Entlastung des Verkehrs zu gewährleisten.

Grundsätzlich halte ich es gerade auch im Hinblick auf den demographischen Wandel und den heimischen Ärztemangel für sehr wichtig, die Menschen unserer Region mobil zu halten. Der in der Verbandsgemeinde fahrende Bürgerbus, der im Zuge der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ entstanden ist, rollt mittlerweile und kommt mehr als gut an. Die auf Kreisebene beschlossene Ausweitung des Busnetzes könnte allerdings noch stärker beworben werden, um gerade der älter werdenden Generation einen Zugang zum Mittelzentrum Betzdorf oder zu entfernteren Arztpraxen zu gewährleisten.

 

„Kultur, verstanden als Lebensweise, ist vielleicht die glaubwürdigste Politik.“

Richard von Weizsäcker


Quelle: Sven Gerlach

Quelle: Thomas Kren

Kultur

Zur Förderung unserer Kultur setze ich mich verstärkt für die Schaffung eines Kulturbüros, einer zentralen Anlaufstelle zum Thema Kunst, Künstler und Veranstaltungen in und um Betzdorf ein. In diesem Zusammenhang erhoffe ich mir eine Zusammenführung der kulturellen Träger, insbesondere unserer Vereine, der „Eule“, der Theater- und auch Musikgemeinde, ohne deren Selbstständigkeit zu untergraben. Auch die Aktionsgemeinschaft, deren Organisation wir es u.a. zu verdanken haben, dass sich unsere Stadtfeste zu überregional bekannten Höhepunkten entwickelt haben, gilt es verstärkt zu unterstützen, um auch hier einiges zu erleichtern.

Unterstützend könnten zielgruppenorientierte Events etabliert werden, die als Magnet und langfristige regionale Highlights gelten, vergleichbar mit Kultur-Pur im Siegerland. Auch Kleinkunst, Kabarett, Comedy, Poetry- oder Song-Slams, wie sie uns von der „Eule“ oder auch Mario el Toro präsentiert werden, sind durchaus Formate, die für eine weitere Belebung sorgen werden.

Aber auch den vielen jugendlichen Talenten müssen wir eine Plattform geben: Unseren Nachwuchskünstlern fehlt es an adäquaten Proberäumen, Bühnen und Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Die Wallmenrother Musikkneipe „Stairway“ z.B. war für viele Musikerkollegen und mich ein Sprungbrett für das weitere musikalische Tun. Noch immer bedeutet die Schließung für die heimische Bandkultur ein herber Verlust.

Mein Ansatz?

Machen wir uns den innerstädtischen Leerstand zu Nutze, errichten kleinere Bühnen, abgeschirmte Probenräume und damit Kreativlabore für die Sicherstellung des künftigen kulturellen Angebots.

Und dieser Effekt wird sich einstellen: Wenn wir Künstler und Gäste von außen erst einmal in unserer Stadt haben, wird sich dies auch für Einzelhandel und Gastronomie bemerkbar machen.

Dass in diesen Überlegungen die Stadthalle eine noch größere Rolle spielen könnte, liegt klar auf der Hand. Mein Großonkel Hellmuth Geldsetzer hatte zur Eröffnung der Halle im Jahr 1984 die Ehre, mit seinem Kammerorchester den festlichen Auftakt für viele folgende Kulturveranstaltungen zu geben. Ich selber durfte viele Jahre später des Öfteren auf derselben Bühne stehen und die professionelle Nutzung der Halle erfahren.
Die Verantwortlichen im Rathaus und in der Stadthalle dürfen auch weiterhin den Mut haben, hochkarätige Ensembles einzuladen. Ob Solokünstler, Theatercrew oder Symphonieorchester – Technik und Akustik der Stadthalle sind für alle Dimensionen ausgelegt.

Aber auch über Events hinaus sollte man unsere „Gute Stube“ für die tägliche Freizeitgestaltung heranziehen. So sehe ich die Möglichkeit, die vorhandenen Räumlichkeiten auch für Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung oder Jugendarbeit zu nutzen, um der Stadthalle einen Bedeutungszuwachs zu verschaffen. Denn nur wenn die Stadthalle auch in den Köpfen der Bürger ist, werden auch die dortigen Events und das kulturelle Angebot wahrgenommen. Darüber hinaus kommt der Stadthalle so auch wieder ihre eigentliche Funktion als Treffpunkt für die Bürger zu.

 

„Suchet der Stadt Bestes“

(Jeremia 29,7)

Ich bin davon überzeugt, dass nur in einer gebündelten Aktion aller Entscheidungsträger und Akteure aus den Parteien, aus den regionalen Handels- und Industrieunternehmen, aus der Verwaltung und nicht zuletzt aus der gesamten Bürgerschaft gemeinsame Lösungen gefunden werden können und müssen.

Die Bedeutung von Betzdorf als attraktiver Wirtschafts- und Wohnortstandort wird mehr und mehr davon abhängen, welches „WIR-Gefühl“ die Beteiligten entwickeln und welche Bereitschaft besteht, sich von Alleingängen und Egoismen zu verabschieden.

Bestehende Gemeinschaften können zu engerer Zusammenarbeit motiviert und neue Partnerschaften gewonnen werden. Synergieeffekte im Bereich Handel und Industrie können ausgebaut und stärker genutzt werden.

Solche Ideen führen allerdings nur dann zu konkreten, belastbaren Strategien, wenn sich die Interessierten und Beteiligten wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen. Dass das „Brainstorming von Visionären“, die ein Herz für unsere Stadt haben, etwas Entscheidendes bewegen wird, davon bin ich fest überzeugt.

Sehr gerne bin ich bereit, bei den genannten Herausforderungen die Rolle des Moderators zu übernehmen.